28
May
Procurador / Prozessvertreter

Nach spanischer Zivilprozessordnung werden die Parteien vor Gericht durch den Prokurator, oder Prozessbevollmächtigten, vertreten. Demnach ist die Mitwirkung eines Prokurators notwendig um eine Klage vor Gericht einzureichen und/oder sonstige Gerichtshandlungen durchzuführen.

Dennoch gibt es gewisse Ausnahmen zu dieser Grundregel, unter anderem bei mündlichen Verfahren mit einem Streitwert unter 2.000€, oder dem Erstantrag eines Zahlungsverfahren. In diesen Fällen kann auf die Einschaltung eines Prokurators (und Rechtsanwalts) verzichtet werden.
Der Prokurator übernimmt die prozessuale Vertretung des Mandanten, er unterschreibt die Schriftsätze des Anwalts, reicht sie and das Gericht weiter und nimmt Gerichtspost in Empfang. Der Rechtsanwalt übernimmt seinerseits die technische und materielle Prozessführung. 

Beide werden parallel (und oft gleichzeitig) vom Mandanten bevollmächtigt da der Prokurator in der Praxis üblicherweise vom Rechtsanwalt ausgewählt wird. Diese Prozessvollmacht wird entweder vor einem spanischen Notar erteilt (poder para pleitos), oder bei der Einreichung des ersten Schriftsatzes vor Gericht, in Gegenwart des Gerichtssekretärs (apud acta), wobei letztere Option meist günstiger ist da sie keine Extra-Kosten beinhaltet. Private, kurz gefasste Vollmachten zugunsten eines Rechtsanwalts sind in Spanien für das Auftreten vor Gericht nicht ausreichend.