04
May
Information zur Patientenverfügung in Spanien

Immer mehr Menschen werden sich darüber bewusst wie wichtig es ist eine Patientenverfügung zu hinterlegen.

Wer möchte schon dass sein Leiden im Falle einer unheilbaren oder irreversiblen Krankheit verlängert wird?

Solange ein Patient sich persönlich und verständlich ausdrücken kann stellt dies kein Problem dar. Aber was passiert wenn man ins Koma fällt? In solchen Fällen können Probleme bei der Wahl der geeigneten Behandlung auftreten. Um das zu verhindern empfiehlt es sich, rechtzeitig eine schriftliche Patientenverfügung abzufassen in der man seine eigenen Wünsche in Bezug auf bestimmte medizinische Behandlungen festhält.

Kugelschreiber auf Dokument

In Spanien ist die Abfassung der Patientenverfügung (manifestación anticipada de voluntad) gesetzlich geregelt. Das zentrale Rahmengesetz (LEY 41/2002, de 14 de noviembre, básica reguladora de la autonomía del paciente y de derechos y obligaciones en materia de información y documentación clínica) verweist auf die jeweiligen Verordnungen der Autonomen Regionen was die Form und Abfassung der Patientenverfügung angeht. Die Kanaren haben in diesem Sinne das Dekret 13/2006, vom 8. Februar verabschiedet. Gemäß dieser Bestimmung, gibt es drei Möglichkeiten für die Erteilung einer Patientenverfügung im kanarischen Gesundheitsbereich:

  • Notarielle Beglaubigung.
  • Beglaubigung durch den zuständigen Beamten des Registers.
  • Beglaubigung durch drei Zeugen.

Außerdem ist die Einrichtung eines kanarischen Registers für erteilte Patientenverfügungen vorgesehen.

Das kanarische Gesundheitswesen (Servicio Canario de Salud) übernimmt die Kosten für die Erteilung von Patientenverfügungen kanarischer Residenten, auch wenn dies mit gewissen bürokratischen Bemühungen verbunden ist. Ihr Anwalt kann Ihnen dabei behilflich sein.

Der Inhalt des Dokuments ist relativ frei, wenn auch die aktive Sterbehilfe oder Euthanasie (auch auf ausdrückliches Verlangen des Patienten) in Spanien strafbar ist (art. 143 Código Penal). Bis auf diese Einschränkung kann jeder für sich entscheiden, welche medizinischen Behandlungen er gegebenenfalls annehmen oder ablehnen möchte. Es ist eventuell hilfreich sich vorher mit seinem Hausarzt zu beraten. Außerdem kann man post mortem Bestimmungen festlegen, bezüglich Organspende und/oder anderen Vorkehrungen. Außerdem benennen viele Menschen auch einen Betreuer der im Notfall ihre Interessen vor dem behandelnden medizinischen Personal vertreten soll.

In jedem Fall muss die Patientenverfügung auf Spanisch abgefasst sein. Daher ist es empfehlenswert, sich vorher von einem deutschen Rechtsanwalt beraten zu lassen.